Wie sieht die Behandlung praktisch aus?


Auf der Basis der Problembeschreibung des Patienten wird die „fehlerhafte“ Handlung zunächst von außen betrachtet und mit dem inneren Erleben des Patienten verglichen. Häufig ergeben sich hierbei größere Differenzen, weil das inzwischen erlernte „falsche“ Bewegungsmuster auch die ursprünglich korrekte Körperwahrnehmung in Mitleidenschaft gezogen hat. Es folgt eine Testung der Körperwahrnehmung und auch die Überprüfung der bei Bewegungen beteiligten anderen kognitiven Prozesse, darunter zum Beispiel auch, welche Bewegungsplanung der Patient nutzt. Häufig wird dabei eine gänzlich veränderte Bewegungsvorstellung deutlich, die der Ursprung für die fehlerhafte Ausführung ist.

Bei den Übungen muss der Patient mit geschlossenen Augen ein körperbezogenes Problem lösen, das der Therapeut gezielt auswählt. Unser Gehirn fängt erst dann wieder an, neue Bewegungsstrategien zu entwerfen, wenn es ein Problem zu lösen gibt. Um das Problem zu lösen, muss er zunächst seine Aufmerksamkeit in den Körper lenken, um über die Wahrnehmung eine Bewegung des betroffenen Körperteils mit dem „gesunden“ zu vergleichen. Auf diese Weise wird allmählich das falsche Bewegungsmuster über den Vergleich zur gesunden Seite umprogrammiert.

Für die Behandlung brauchen wir keine externen Hilfsmittel, sondern wir nutzen über die kognitiven Prozesse das ursprüngliche Körperwissen zur Rehabilitation. Konkret formuliert bedeutet das, dass wir Bewegungsprogramme aus der Zeit VOR der Erkrankung nutzen, um den pathologischen Bewegungsplan allmählich wieder zu normalisieren.

Dazu nutzen wir auch externe Therapiematerialien, die mit der damaligen Bewegungserfahrung Ähnlichkeiten aufweisen. Diese speziell entwickelten Gegenstände ermöglichen, dass das Gehirn nicht nur die Bewegung des Körpers, sondern auch die Charakteristika der therapeutischen Objekte erkennen und mit den damaligen Erfahrungen vergleichen soll: Ob ein Objekt groß oder klein, hart oder weich, ob seine Oberfläche glatt oder rau ist. Mit anderen Worten also die Informationen, die unser Gehirn bei jeder Interaktion mit Alltagsgegenständen verarbeitet.