Wir Menschen sind ein System


Der Mensch ist ein System. Was bedeutet das Wort „System“? Man kennt das Wort z.B. im Zusammenhang mit „sozial“, ein soziales System. Ein System besteht aus Einzelelementen, die in Verbindung miteinander stehen und sich somit gegenseitig beeinflussen. Vergleichbar mit mehreren Zahnrädern, die ineinander verschachtelt zusammenarbeiten. Jedes Einzelteil hat seine spezifische Aufgabe. Entfällt sein Beitrag aus irgendeinem Grund, hat dies Konsequenzen für das gesamte System.

 

 

Auch der Mensch ist ein System, das grob gesehen, aus zwei Teilen besteht: der zentrale Teil ist das Gehirn und der periphere Teil ist der Körper.

Genauer betrachtet besteht jedes dieser beiden Teile wiederum aus vielen kleineren Einzelelementen: Das Gehirn aus verschiedenen Bereichen, auch Areale genannt, die je nach Lokalisation auf unterschiedliche Aufgaben spezialisiert sind. Die Einzelelemente des Körpers sind die Nervenbahnen, Muskeln, Sehnen, Gelenke, Haut usw. Alle Einzelelemente, die zentralen und die peripheren, stehen in gegenseitiger Wechselwirkung und tauschen untereinander Informationen aus, die dann dem Gehirn gemeldet werden.

Wenn man sich erneut das Bild der ineinander greifenden Zahnräder vor Augen führt, lässt sich gut verstehen, dass ein Teil- oder Komplettausfall eines Einzelelementes, zum Beispiel eine Blutung im Gehirn (Schlaganfall) oder ein Kreuzbandriss des Knies das gesamte System beeinflusst und nicht lokal auf den Schädigungsort begrenzt bleiben kann. Auf diese Weise wird auch der Informationsfluss innerhalb des Systems negativ beeinflusst.

 

Welche Konsequenzen dies für die Bewegungsausführung haben kann, lesen Sie bitte unter Orthopädie nach. 


Für visuelle Lerntypen

Das Gehirn erstellt auf der Basis der aktuellen Informationen des Körpers und der Umgebung einen Bewegungsplan, der in den Körper gesendet und dort ausgeführt wird. Die Veränderungen des Körpers werden als Information an das Gehirn zurück gesendet, beispielsweise die veränderte Gelenkstellung während und nach der Bewegung des Körperteils, bei Kontaktaufnahme zu einem Objekt, wie zum Beispiel einem Glas, auch seine Eigenschaften wie Größe, Gewicht, Temperatur, Konsistenz usw. Es werden also alle Informationen, die bei Ausführung des Plans tatsächlich über den Körper und gegebenenfalls das Objekt aufgenommen wurden, an das Gehirn weiter geleitet.

Plan und Ausführung werden verglichen. Stimmen sie überein, ist die Aktion abgeschlossen. Stimmen sie beispielsweise hinsichtlich der Information "Gewicht" nicht überein, weil die Aluminiumkanne, die man ergriffen hat, entgegen der Annahme doch leer war, wird das zuerst viel zu große Bewegungsausmaß beim Anheben der Kanne sehr schnell korrigiert.

Mit anderen Worten: Es besteht ein permanenter Austausch zwischen Zentrale und Körper oder

 

Wir Menschen agieren immer als System, bei jeder Handlung, die wir ausführen.